Kolumne

Taschengeldtabelle 2015

Wieviel Taschengeld ist für das Kind angemessen?

Die Höhe des Taschengeldes ist in Familien immer ein Thema, gerade wenn die Kinder älter werden. Doch wie viel Taschengeld ist für welches Alter angemessen? Mithilfe der Taschengeldtabelle 2015 können Sie einen Anhaltspunkt bekommen, wie viel Taschengeld für Ihr Kind angemessen ist.

Taschengeldtabelle 2015 Taschengeldtabelle 2015

Taschengeld versteht sich als wichtiger Beitrag zur Kindererziehung. Hierdurch soll ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld erlernt werden. Kinder erhalten die Möglichkeit, zu experimentieren und erste eigene Erfahrungen mit Geld zu machen. Sie erlernen dabei, dass Dinge etwas kosten und eben nicht jeder Wunsch gleich erfüllbar ist.

Gerade diese Erkenntnis ist für das spätere Leben von großer Bedeutung, da Kinder lernen, dass man erst etwas sparen muss, bevor man sich etwas kaufen kann. Kinder lernen, was teuer und was billig ist. Sie machen die Erfahrung, dass Geld schnell ausgegeben werden kann, wenn man es sich nicht einteilt. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen und erkennen dabei, ob eine Anschaffung sinnvoll oder nötig ist oder nicht.

Taschengeldtabelle als Richtschnur

Das optimale Einstiegsalter für Taschengeldzahlungen beginnt bei ca. vier bis fünf Jahren. Die vom Jugendamt herausgegebene Taschengeldtabelle zeigt eine gute Richtschnur für die Bestimmung eines angemessenen Taschengeldes. Entscheidender Faktor für die Taschengeldhöhe ist das Alter des Kindes.

Beginnt man im Alter von vier bis fünf Jahren mit einem kleinen Taschengeld, so kann sich dies mit zunehmendem Alter bis 18 Jahre auf 70 Euro immer weiter erhöhen. Die Empfehlung für ältere Kinder gilt allerdings nur so lange, bis sie ihr eigenes Geld verdienen.

Die Taschengeldtabelle 2015 gliedert sich wie folgt auf:

Alter Taschengeldbetrag
4 – 5 Jahre 0,50 – 1 Euro pro Woche
6 – 7 Jahre 1,50 – 2 Euro pro Woche
8 – 9 Jahre 2 – 3 Euro pro Woche
10 -11 Jahre 13 – 16 Euro pro Monat
12 – 13 Jahre 18 – 22 Euro pro Monat
14 – 15 Jahre 25 – 30 Euro pro Monat
16 – 17 Jahre 35 – 45 Euro pro Monat
18 Jahre 70 Euro pro Monat


Wie man aus der Höhe des Taschengeldes ersehen kann, wird zwischen einer wöchentlichen und monatlichen Auszahlung unterschieden. Gerade ältere Kindern sollten – nach Umstellung auf eine monatliche Zahlung – in der Lage sein, sich das Taschengeld den ganzen Monat einzuteilen.

Dabei kann sich die Höhe des Taschengeldes auch nach dem individuellen Entwicklungsstand des Kindes richten. Hierdurch sind, je nach Entwicklungsstand des Kindes, individuelle Zahlungen möglich.

Dabei können Kinder, die in der Lage sind, schon früh verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen, etwas mehr Taschengeld erhalten, als die Empfehlungen des Jugendamtes vorgibt. Es ergibt sich daher die nachstehende Staffelung als Alternative:

Alter Taschengeldbetrag
4 – 5 Jahre 1 Euro pro Woche
6 – 7 Jahre 2 – 3 Euro pro Woche
8 – 9 Jahre 3 – 3,50 Euro pro Woche
10 -11 Jahre 14 – 18 Euro pro Monat
12 – 13 Jahre 18 – 25 Euro pro Monat
14 – 15 Jahre 25 – 35 Euro pro Monat
16 – 17 Jahre 35 – 50 Euro pro Monat
18 Jahre 70 – 80 Euro pro Monat


Hier kann die Steigerung des Taschengelds für das Kind immer als eine Art Belohnung für besondere Leistungen oder besondere Reife angesehen werden. Dadurch wird erreicht, dass Kinder früher beginnen, eigenes Verhalten zu hinterfragen. Dadurch wird wiederum nicht nur die kindliche Entwicklung, sondern auch das Verantwortungsbewusstsein gefördert.

Bevor jedoch die Auszahlung des Taschengeldes von wöchentlichen auf monatliche Zahlungen umgestellt wird, sollte das Kind vor allem gezeigt haben, dass es einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld pflegen kann. So haben beispielsweise 80 Prozent der Kinder mit wöchentlichem Taschengeld, dieses bereits am zweiten Tag der Woche ausgegeben.

Taschengeldtabelle 2015 als Erziehungsmittel

Wie wichtig es ist das Kinder früh lernen mit Geld umzugehen, belegen Zahlen: So sind bereits zehn Prozent der 20 – 24-Jährigen verschuldet. Die Anfälligkeit für Verschuldung sinkt, wenn Kinder rechtzeitig den Umgang mit Geld erlernen.

Statistiken belegen, dass ein sehr großer Teil der Bevölkerung verschuldet ist, wobei die Zahl von Neuverschuldungen dabei noch weiter ansteigt. Dabei erfüllen sich auch zunehmend junge Menschen ihre Wünsche auf Kredit, ohne sich dabei über die Konsequenzen im Klaren zu sein.

Hier besteht die Gefahr, die Kontrolle zu verlieren und in eine Schuldenfalle zu geraten. Gerade Menschen im Alter von 22 – 30 Jahren sind hiervon besonders oft betroffen. Kinder, die jedoch schon in frühen Jahren erlernen, mit Geld bedacht umzugehen, weisen im anschließenden jungen Erwachsenenalter ein deutlich geringeres Risiko auf, in eine Schuldenfalle geraten.

Folglich ist verantwortungsvoller Umgang mit Geld ein Lernziel schon im Kindesalter.

Interesse für das Thema Geld wecken

Kinder können beispielsweise schon im Supermarkt die Preise vergleichen. Oder es besteht die Möglichkeit, zu Hause nach Sparmöglichkeiten zu suchen, wie ein Stand-by-Betrieb eines Fernsehers. Hier können Kinder selbst eine Vorstellung erarbeiten, welche Einnahmen realistisch sind, was die Dinge kosten und wo Einsparpotenzial besteht.

Offen über Geld reden

Wichtig ist, dass Eltern mit den Kindern offen über Geld reden. Um ein Gespür für Geld zu bekommen, sollten Eltern ihre Kinder bei Einkäufen mitnehmen, sie bei Anschaffungen mit einbeziehen und auch über die Höhe des eigenen Gehaltes kein Geheimnis machen.

Bevor ein Kind sein erstes Taschengeld erhält, kann ein Sparschwein oder eine Spardose angeschafft werden. Ein Sparschwein ist für Kinder oft eine große Motivation, wenn es einen Teil des Taschengeldes für eine besondere Anschaffung sparen will.

Taschengeld – Viele geben gar keins

Nach einer Umfrage von t-online.de würden 37,2 Prozent der Eltern ein Taschengeld erst ab sechs oder sieben Jahren geben. Dabei empfehlen Jugendämter, bereits ab einem Alter von vier bis fünf Jahren ein kleines Taschengeld zu geben.

18,5 Prozent der Befragten sind dafür, ein Taschengeld erst ab einem Alter von acht oder neun Jahren zu zahlen. 20,6 Prozent sind sogar der Meinung, dass es Taschengeld erst ab dem zehnten Lebensjahr geben sollte. 13 Prozent der Befragten zahlen ihren Kindern gar kein Taschengeld.

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Klare Regeln setzen

Klare Regeln zur Verwendung des Taschengeldes sollten getroffen werden. So kann beispielsweise vereinbart werden, dass das Kind Schulsachen nicht selbst kaufen muss, jedoch bei Verlust, diese vom Kind selbst ersetzt werden müssen. Auch kann ggf. ein bei verschiedenen Anschaffungen etwas großzügiger Spielraum gewährt werden.

Wichtig ist jedoch auch, dass Kinder das Taschengeld pünktlich bekommen und die Eltern immer an die regelmäßige Zahlung des Taschengeldes denken.

Keine Ausnahmen

Ist ein Taschengeld verteilt, sollten Eltern sich zurücknehmen. Wenn beispielsweise das Kind das Geld schon ausgegeben hat, so sollte man hier nichts „nachschießen“.

Berücksichtigung finanzieller Rahmenbedingungen

Besonders bei finanzschwächeren Familien mit vielen Kindern kann es vorkommen, dass die vorhandenen Mittel so knapp sind, dass Eltern von den Empfehlungen der Taschengeldtabelle abweichen müssen. Aber auch in solchen Fällen sollte eine regelmäßige Auszahlung des Taschengeldes erfolgen, damit das Kind planen kann.

Grundsätzlich ist die Taschengeldtabelle 2015 als Empfehlung und nicht als eine feste Vorgabe zu verstehen.

Allerdings sollte in Fällen, in denen ausreichende finanzielle Mittel vorhanden sind, auch nicht zu stark von der Empfehlung der Taschengeldtabelle abgewichen werden. Taschengeld kann den gewünschten Effekt bei Kindern nur erreichen, wenn sich die Kinder mit ihrem Geld auch einschränken müssen.

Taschengeld sparen

Taschengeld sparen

Einrichtung eines Sparkontos

Neben der Taschengeldhöhe ist es wichtig, den Kindern die richtige Verwendung des Taschengelds zu vermitteln. Dabei müssen die Kinder lernen, dass Taschengeld auch gespart werden kann. Es empfiehlt sich daher, ein Sparkonto einzurichten. Dadurch lernen Kinder, dass man erst sparen muss, bevor man etwas kaufen kann.

Sparbuch und Girokonto

Ab etwa 6 Jahren sollten Kinder zum Taschengeld ein Sparbuch bekommen. Hier können erste Erfahrungen mit indirekten Geldformen und Zinsen gemacht werden. Dabei sollten größere Geldbeträge grundsätzlich auf das Sparbuch eingezahlt werden.

Mit 14 – 16 Jahren kann dann auch ein Jugend-Girokonto eingerichtet werden.

Was muss vom Taschengeld bezahlt werden?

Ebenso sollte mit dem Kind grundsätzlich geklärt werden, was vom Taschengeld gezahlt wird bzw. was weiter von den Eltern gezahlt wird. Zweck des Taschengeldes ist, dass Kinder ihren individuellen Wünschen nachkommen können.

Jedoch sollten weitere Ausgaben des Alltages (Ernährung oder Schulsachen) weiter von den Eltern gezahlt werden. Dafür ist Taschengeld nicht gedacht. Eltern sollten weiterhin darauf achten, dass das Kind möglichst ein ähnlich hohes Taschengeld erhält wie Freunde oder Klassenkameraden.

Ebenso sollte berücksichtigt werden, ob Kinder noch weitere finanzielle Zuwendungen, beispielsweise durch Großeltern, Patenonkel, Patentante oder einen Ferienjob erhalten. Allerdings sollten dem Kind keine Vorschriften über die Ausgaben gemacht werden. Ist jedoch das Taschengeld bereits weit vor Monatsende verbraucht, sollten Eltern hart und konsequent bleiben und hier kein weiteres Taschengeld nachschießen.

Taschengeld nicht als Strafe einsetzen

Damit Taschengeld hilft, dem Kind den richtigen Umgang mit Geld näher zu bringen, ist es wichtig, dass es nicht benutzt wird, um Kinder zu bestimmten Verhaltensweisen zu zwingen. Das bedeutet, dass in Fällen von Fehlverhalten, wie nicht aufgeräumte Zimmer oder schlechter Schulnoten nicht eine Kürzung des Taschengeldes ausgesprochen wird. Auf der anderen Seite ist auch nicht empfehlenswert, Taschengeld bei guten Leistungen als Belohnung einzusetzen.

Fazit Taschengeldtabelle 2015

Beim Taschengeld geht es in erster Linie darum, Kindern ein Gefühl für das Geld zu vermitteln, zu lernen, damit richtig umzugehen und es nicht unbedacht für unsinnige Dinge auszugeben. Die Staffelung der Taschengeldtabelle 2015 nach Alter ermöglicht dabei das Erlernen eines zunehmend sinnvolleren Umgangs und Verantwortung, auch für das spätere Leben.

Bildquelle
Bild oben: © panthermedia.net / Katy Spichal
Bild unten: © panthermedia.net /Markus Mainka

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