Kolumne

Taschengeld mit 8 Jahren

Maximal 12 Euro pro Monat gilt als ausreichend!

Taschengeld ist in vielen Familien ein leidiges und häufig diskutiertes Thema, über das sich Eltern und Kinder nur in den seltensten Fällen einig sind. Auch in der Erziehungswissenschaft der frühkindlichen Pädagogik ist Taschengeld bereits ein Thema und wird angeregt diskutiert. Wie viel Taschengeld für welches Alter? Was gilt als angemessen? Was sollte bei Taschengeldzahlungen an kleinere Kinder beachtet werden und was kann man falsch machen?

Taschengeld mit 8 Jahren

Grundsätzlich gilt, dass alle Minderjährigen nicht bzw. nur beschränkt geschäftstüchtig sind. Die Zahlungen von Taschengeld im Kindesalter verfolgen daher keinesfalls das primäre Ziel, dass die Kinder sich mit diesen finanziellen Mitteln ihre Wünsche selbst erfüllen können. Erst ab einem Alter von ca. 14-16 Jahren macht es Sinn, das Taschengeld zu erhöhen, sodass die Kinder zum Beispiel die Möglichkeit haben Kleidungsbedarf selbst zu kaufen.

Im Alter von 8-10 Jahren sollte es sich bei den Taschengeldbeträgen nur um kleine Zahlungen handeln, die ca. 3 Euro in der Woche und somit ca. 12 Euro im Monat nicht überschreiten.

Taschengeld für Kinder ab 8 Jahren

Kinder, die sich in der Altersspanne von ca. 8-10 Jahren befinden, sollten keine Summen bekommen, die 15 Euro im Monat überschreiten. Empfohlen als angemessener Betrag werden zwischen 2 und 3 Euro pro Woche. Dies hat seinen Grund.

Studien und Untersuchungen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass über 90 % aller Kinder und Jugendlichen unter 10 Jahren ihre Taschengeldzahlungen für Süßigkeiten und Naschereien aufwenden.

Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Kinder spart zum Beispiel für größere Wünsche. Hinzu kommt, dass über 50 % der Achtjährigen ihr wöchentliches Taschengeld bereits spätestens am zweiten Tag der Woche vollständig ausgegeben haben. Dieser Zustand zeigt, dass vielen Kids das Gefühl für Geld noch fehlt. Wer seinen Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld näher bringen und ein Gefühl für den Wert des Geldes als Zahlungsmittel vermitteln möchte, kann dies am einfachsten, indem er die Beträge von Jahr zu Jahr staffelt. So kann auch schon bei kleinen Kindern im Alter von ca. 4 Jahren mit einer wöchentlichen Taschengeldzahlung von etwa ca. 50 Cent begonnen werden.

Verantwortungsbewusster Umgang mit Geld

WunschdenkenDie Verschuldungsrate in der Bevölkerung steigt unaufhörlich weiter an. Für Soziologen ist dies ein Warnzeichen und sehr häufig ein Indiz, dass die verschuldeten Menschen in ihrer Kindheit nie richtig gelernt haben mit Geldbeträgen hauszuhalten. Auch das Sparen ist für viele junge Menschen im Alter von 24-30 Jahren ein Fremdwort.

Schaut man auf die neuste Statistik der Neuverschuldungen in Deutschland und Österreich, so wird deutlich, dass vor allem die jungen Menschen einen erschreckend großen Anteil ausmachen.

Immer wieder steht die Frage nach dem Grund im Raum, weshalb jungen Menschen es nicht schaffen, langfristig mit ihrem Einkommen auszukommen.

Sicherlich ist unsere Konsumgesellschaft und die Art der modernen Werbung mitverantwortlich dafür, dass immer mehr Menschen in die Schuldenfalle tappen.

Gezeigt hat sich aber auch: Personen, die in ihrer Kindheit bereits in frühen Jahren gelernt haben, mit ihrem Taschengeld zu wirtschaften, verschulden sich deutlich seltener als Menschen, die in Kindheitstagen nur wenig Kontakt mit Geld hatten. Auch wenn dies kein Garant dafür ist, dass eine Person langfristig schuldenfrei bleibt, so ist der pädagogische Wert des Taschengeldes in frühester Kindheit unbestritten.

Fazit zum Taschengeld mit 8 Jahren

Taschengeld ist eine gute Möglichkeit, um schon in frühen Kindheitstagen den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld zu lernen. Damit dies auch angemessen, d.h. altersgerecht umgesetzt werden kann, sollte der Taschengeldbetrag kindgerecht, also auf das jeweilige Alter der Kinder angepasst sein.

Das Jugendamt hat eine Tabelle mit Richtwerten und Empfehlungen herausgegeben, an der sich die Eltern der Kinder orientieren können.

Grundsätzlich gilt die Faustregel: Die Beträge lieber gering halten und wirtschaftliches Umgehen mit dem Taschengeld durch eine kleine Taschengelderhöhung von Jahr zu Jahr belohnen. Für das Alter von 8 Jahren wird ein Betrag von ca. 2,50 Euro als angemessen beurteilt.


Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Katy Spichal
Mitte-Links: ©panthermedia.net Sven Hoppe

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