Kolumne

Taschengeld mit 16 Jahren

30-45 Euro im Monat ist angemessen

Das Taschengeld ist in den meisten Familien ein sehr wichtiges, aber auch umstrittenes Thema. Immer wieder treten Fragen und Unsicherheiten auf. Manche Kids fordern ihr Taschengeld ein; andere wiederum sind genügsam und freuen sich einfach über einen kleinen Bonus – und einige Eltern überhäufen ihr Kind dagegen mit Geld. Aber es gibt auch Eltern, welche jeden Cent umdrehen müssen. Das Thema Taschengeld mit 16 Jahren ist also so verschieden, wie es auch die Familien sind.

Taschengeld mit 16 Jahren

Mit zunehmenden Alter wachsen die Bedürfnisse und Wünsche. Fest steht, desto früher Kinder einen positiven Umgang mit Geld erfahren, desto mehr profitieren sie davon im Alter. Besonders Jugendliche um die 16 Jahre stehen dabei aber unter starken Einflüssen.

Neben ihren eigenen Wünschen gibt es oft auch gesellschaftliche Vorgaben. Inwieweit ein Jugendlicher dem gewachsen ist, hängt längst nicht mehr nur von einer guten Erziehung ab.

Taschengeld für 16-jährige

Wenn eine Nachbarin erklärt, dass ihr 16 jähriger Sohn 200 Euro Taschengeld im Monat erhält, werden wir vermutlich schlucken und kurz die Luft anhalten. Ob diese Höhe in einem Verhältnis zu den tatsächlichen Bedürfnissen eines 16 jährigen steht, ist mehr als fraglich. Solche Beispiele gibt es aber oft; eine Pflicht zur Auszahlung von Taschengeld besteht übrigens nicht.

Wie hoch sollte das Taschengeld mit 16 Jahren sein?

Taschengeld mit 16Es liegt ganz allein im Ermessen der Eltern. Taschengeld sollte immer als Geldquelle für persönliche Wünsche betrachtet werden. Wie diese Wünsche ausfallen, entscheidet allein der Jugendliche. Die Teenies müssen damit nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten, denn dieser ist in der Regel zu Hause gewährleistet. Das Taschengeld für 16-jährige ist rein für die Freizeit.

Hierzu gibt es in Form einer Taschengeldtabelle vom Jugendamt Empfehlungen, welche zwar in keiner Weise gesetzlich verankert sind, aber dennoch als Orientierung dienen. Man sollte die hilfreichen Vorgaben des Jugendamtes eben einfach als Hinweis verstehen und auf die persönlichen Verhältnisse abstimmen.

Für die Altersgruppe der 16 jährigen halten die Jugendämter eine monatliche Zahlung von 30 – 45 Euro für angemessen.

Das ist wie gesagt ein Richtwert und keine Bedingung. Grundsätzlich muss immerhin das Einkommen der Familie berücksichtigt werden. Ist das Geld knapp, sollte man das offen besprechen. Oft wird sich da auch Verständnis zeigen. Der Kauf von Lebensmitteln oder anderen notwendigen Dingen zum Lebensunterhalt geht nun einmal vor. Folgende Bedingungen sollten bei der Zahlung von Taschengeld zugrunde gelegt werden:

  • Regelmäßige und pünktliche Zahlungen einhalten.
  • Die Jugendlichen verfügen frei über das Geld und erhalten keine Reglement über Sinn oder Unsinn.
  • Nicht zuviel, sonst droht Orientierungslosigkeit.
  • Keine Vorschusszahlungen, wenn die Pleite droht. Besser besprechen, warum ein Notstand herrscht und dann möglicherweise nachgiebig sein. Aber beim nächsten Zahltag unbedingt die Vorauszahlung einbehalten.
  • Taschengeld darf nicht an Belohnung oder Strafe anknüpfen.
  • Keine Zweckentfremdung: Schulsachen und Kleidung sind notwendig und unabhängig vom Taschengeld. Wenn es aber teure Markenschuhe sein müssen, sollte eine Zuzahlung in Erwägung gezogen werden.
  • Gern darf zum Sparen angeregt werden.

Auch wenn ausreichend Geld zur Verfügung steht, müssen keine Unsummen an Taschengeld fließen. Die Geissens sind uns bekannt als wohlhabende Familie. Vor kurzem plauderten sie über die Höhe des Taschengeldes ihrer beiden Töchter. Diese erhalten pro Woche je 5 Euro Taschengeld. Wenn es aufgebraucht ist, sind die Geissens konsequent: Es gibt nichts mehr! Das ist durchaus legitim und vernünftig.

Der Umgang mit Taschengeld ist eine Lektion des Lernens, besonders im Bezug auf das spätere Leben. Jugendliche entwickeln ein Gefühl für das Geld. Sie treffen eigene Entscheidungen und verantworten diese. Zudem üben sich sich im Planen und Organisieren. Ein angemessene Taschengeldzahlung ist auch gleichzeitig ein guter Lerneffekt.


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